Zeit für Paprika

Im Moment kümmern wir uns fleißig um unsere Setzlinge. Heute geht es um Paprika. Die sind natürlich noch nicht auf dem Bild, denn wir beginnen erst mit dem Aufziehen. Deshalb wollen wir Euch jetzt ein paar zusätzliche Tipps geben, mit denen wir immer gute Ergebnisse hinbekommen.

Wir ziehen immer in der Wohnung an und achten darauf, dass Erde und Aussaatgefäße mindestens 12 Stunden beim Zimmertemperatur vorgewärmt wurden. Die Samen werden es Euch danken. Ihr hüpft ja auch nicht gerne in eine kalte Badewanne, oder?

Ganz wichtig ist, dass die Jungpflanzen genügend Wärme und Licht abbekommen. Also unbedingt darauf achten, dass Ihr sie am Fenster oder in hellen Räumen anzieht. Wenn es mit dem Licht eher spärlich aussieht, empfehlen wir euch, auf eine Neonröhre zurückzugreifen. Einfach direkt darüber platzieren und den Pflänzchen 12 Stunden Neonlicht extra gönnen. Eine Zeitschaltuhr ist da hilfreich. Funktioniert prima und ist kein riesiger Aufwand.

Die Pflanzen mögen es gerne konstant warm und feucht. Eine dünne Schicht Sand auftragen und etwas transparente Folie über die Pflanzen, dann bleiben Temperatur und Feuchtigkeit gleichmäßig.

 

Alle Basic-Infos könnt Ihr direkt bei unserer Paprika im Webshop nachlesen.

Viel Erfolg mit Euren Paprikapflanzen.

Samenbomben selber drehen

»Den Anfängern sage ich: Werft einfach die Samenbombe, wenn's euch juckt. Wer jedoch ein richtiger Kämpfer werden will, der muss ans Pflaster ran und den Spaten in die Hand nehmen.« – Dieter Szczesny, Geschäftsführer der Umweltfirma Aries

Die Idee der Saatbomben oder Seed Bombs hatten schon japanische Reisbauern und nordamerikanische Ureinwohner. Neue Bekanntheit haben die kleinen, gehärteten Kugeln aus Erde, Ton und Pflanzensamen mit der Bewegung des Guerilla Gardening bekommen. Diese Bewegung hat in den letzten 10 Jahren breitere Massen rund um den Erdball erreicht hat und ist vor allem in Großstädten aktiv: Hier säen die Guerilla-Gärtner heimlich Pflanzen auf öffentlichen Grünflächen aus oder legen in konzertierten nächtlichen Aktionen ganze Gärten an.

Saatbomben machen die Heimlichtkeit leicht, wie der Name »Bombe« schon nahelegt: schmeißen und weglaufen. Die trockene Kugel aus Ton und Erde schützt die Samen im Innern, sobald es aber regnet, saugt sich die Kugel mit Wasser voll und quillt auf. So können die eingearbeiteten Samen keimen und mühelos die vorher harte Kugel aufbrechen.

Im Zuge der Guerilla Gardening Bewegung boomt inzwischen natürlich auch das Onlinegeschäft mit den Saatbomben. Wir haben ein Rezept zum Selbermachen, solange es im Garten noch nicht so viel zu tun gibt. Ob ihr nun in der Großstadt wohnt oder nicht, es findet sich immer ein Plätzchen, dass mit ein paar Sonnenblumen hübscher aussieht!

  • 1 Teil Samen
  • 3 Teile Blumenerde, gute Qualität
  • 5 Teile rote Tonerde, gibt es im Baumarkt
  • 1 Teil Wasser

Die trockenen Zutaten werden gut vermischt, dann kommt das Wasser dazu. Wenn euch die Masse zu trocken oder zu feucht vorkommt, könnt ihr das durch ein bisschen mehr Wasser bzw. mehr Erde ausgleichen.
Der »Teig« wird dann zu Kugeln geformt (nicht größer als Walnüsse), die Kugeln müssen 1-2 Tage an einem geeigneten Platz trocknen (nicht zu feucht, aber auch nicht an der prallen Sonne). Aufheben könnt ihr die fertigen Saatbomben gut in Baumwollbeuteln, wo sie geschützt sind und belüftet werden. Und dann los!

Zur Auswahl der Samen: Es empfiehlt sich natürlich, robuste, heimische und unempfindliche Pflanzen auszuwählen, denn einmal »ausgesät«, seid ihr nicht mehr dabei, um den Pflänzchen zu helfen. Fangt z. B. mit Margeriten, Sonnenblumen, Ringelblumen oder Mohn an oder recherchiert selber ein bisschen.

Van Gogh durch ein Tilt-Shift-Objektiv

»I haven't edited anything besides the blur. Many of his later paintings are much brighter and more colorful than the rest. I read that he started to use more colours because he wanted to paint things the way he saw them, not the way they were.« – melonshade, Reddit

Die grandiosen Landschaften von Vincent van Gogh, dem niederländischen (Post-) Impressionisten, kennen wohl die meisten. Ein Reddit-User namens melonshade hat ein paar davon gekonnt in Photoshop bearbeitet und durch das einfache Hinzufügen von unterschiedlich starken Unschärfen die Perspektive neu interpretiert: Plötzlich werden die eh schon bewegten, manchmal fast wilden Landschaften dreidimensional und bekommen durch die Tiefenschärfe einen stärkeren Focus auf Details, als sähe man das Bild durch ein Tilt-Shift-Objektiv.

Obwohl es auf den ersten Blick merkwürdig anmutet, diese alten Kunstwerke zu digitalisieren und manipulieren, ist das Ergebnis beim zweiten Hingucken umwerfend. Man ertappt sich gerade bei dem Gedanken, wie das im Film wirken würde, ob man das nicht auch animieren ...

Inspiriert hat melonshade übrigens Serena Malyon, eine Kunststudentin, die ebenfalls viele von Van Goghs Bildern (sowie die Werke von anderen berühmten Künstlern) digital bearbeitet hat. Bei ihren Arbeiten sieht man deutlicher als bei melonshade den Miniatureffekt, den man mit Tilt-Shift-Objektiven erzeugen kann.

Somewhere Small

»I really get into imagining how little people would use these structures. After the bones of the building are constructed, I start filling it in with little signs of life, adding silk and woolen rugs, handmade clay pots, mounted crystals and chips of semi-precious raw stones like Tiger’s eye, quartz and amethyst, tiny artworks, potted plants, flags and pennants, and an assortment of handmade furniture.« – Jedediah Corwyn Voltz

Jedediah Corwyn Voltz lebt in Los Angeles und ist Requisitenhersteller für Film und Fernsehen. Außerdem arbeitet er immer an verschiedenen Kunstprojekten, wir stellen hier die bezaubernde Serie »Somewhere Small« vor: kleine Baumhäuser, hineinkonstruiert, gebaut und eingerichtet in normale Zimmerpflanzen, wie z. B. Bonsai, Kakteen und Sukkulenten.

Jedediah Voltz sagt über dieses Projekt, dass er eines Tages angefangen habe, aus den Restmaterialien vom Requisitenbau kleine, fantastische Konstruktionen zu bauen, was dazu führte, dass er immer ausgeklügeltere, vollendetere Gebäude baute, bis er anfing, Baumhäuser in Zimmerpflanzen zu errichten.

Ohne die Miniaturen vorher zu planen, beginnt Voltz meist mit dem Bau einer Basis und konstruiert darauf das Haus, wobei er sich am Wuchs der Pflanze orientiert und intuitiv arbeitet. Steht erstmal die Grundstruktur, beginnt Voltz, das Haus mit Leben zu füllen, gerade so, als ob tatsächlich kleine Leute es bewohnen und benutzen würden: Teppiche, Tongefäße, Bilder an den Wänden, Pflanzen, Fahnen, Edelsteine, handgemachte Möbel u. v. m.

Auch ein Paar Skier vor dem Einstieg zum Baumhaus oder ein kleiner Holzofen mit Brennholz finden sich. In seinem Haus gibt es keine Pflanzen mehr, die nicht architektionisch erweitert und geschmückt wurden. Jede einzelne davon möchte man bewohnen oder doch zumindest erkunden – in einer Miniaturausgabe seiner selbst, versteht sich.

Ökosystem Lampe

»We think that plants are playing an increasingly significant role in our urban environment. The conditions for growing have always been the intensive care and plenty of natural light.« – Nui Studio, Design Studio

Pflanzen in dunklen Zimmerecken oder im Winter mit Tageslichtlampen zu dem Lichtspektrum und der Lichtmenge zu verhelfen, die sie brauchen, ist keine neue Idee. Aber Emilia Lucht und Arne Sebrantke vom Design Studio »Nur Studio« wollten mehr: Eine Lampe, die eine Grünpflanze in sich selbst beherbergt und ohne Sonnenlicht und Wasser von außen gedeihen lässt.

So entstand die Mygdal Plant Lamp: Ein (fast) geschlossenes Ökosystem, in dem ein LED-Licht Photosynthese möglich macht und die Pflanze angeblich über Jahre ohne weitere Pflege wachsen kann. Zielgruppe wären vielleicht Hotels oder Restaurants, die in vielen Ecken nicht die richtige Umgebung für Grünpflanzen bieten können. Vielleicht aber auch einfach Menschen, die gutes Design und innovative Erfindungen mögen, denn dass hier Designer und nicht Techniker am Werk waren, sieht man. Es gibt die Mygdal Plant Lamp als Hänge- und Stehlampe, die Stehlampe besitzt die zusätzliche Besonderheit, dass das Glas leitfähig ist und so Elektrizität an die LED weitergibt, ohne dass eine sichtbare Kabelverbindung nötig wäre.

Das Ergebnis ist Produktdesign vom Feinsten, die Fotos der Pflanzen respektive Leuchten in dunklen Sichtbetonecken sind ästhetisch gelungen – nur wenn man als Gärtner darauf schaut, beschleicht einen ein leicht klaustrophisches Gefühl. Ob dass jetzt wieder Projektion ist oder ob es den Pflanzen genauso geht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen!

Gemüse aus Lettland

»We create so many different things! One day we have decided to share our creations with the world - that's when the MapleApple shop was born. The feeling when you send your handmade item to the customer overseas is awesome! We hope that our customers enjoy our items!« – Anastasija, Inhaberin MapleApple

Jelena und Anastasija sind Mutter und Tochter, leben in Riga, Lettland und können sich gar nicht mehr erinnern, wie alles anfing. Heutzutage jedenfalls haben sie das Haus voller Perlen, Garn, Farbe und vielem mehr. In kreativer Handarbeit stellen Sie ein breites Spektrum an Dingen her, auch Spezialanfertigungen, die sie in ihrem Etsy-Shop „MapleApple“ vertreiben.

Uns hat es natürlich vor allem das Play Food angetan, das die zwei begeisterten und sympathischen Frauen auch als Waldorf- oder Montessori-Spielzeug verkaufen. Das handgestrickte Gemüse ist ganz liebevoll und naturnah gestaltet, die Karotten laufen in einen Wurzelfaden aus, das Laub der roten Bete hat gelbe Flecken, die Kartoffeln zeigen schon Keimstellen, die Zitrone ist an einem Ende ein bisschen knubbelig, die Petersilienwurzel hat drei Spitzen.

Wie im echten Leben eben! Und umso schöner, grade weil das gestrickte Material natürlich nur sehr begrenzt eine lebensechte Gemüseoberfläche darstellen kann. Diese Mischung ist toll und jedes einzelne Produkt ist Kinderspielzeug und kleines Kunstwerk gleichzeitig. Ausschließlich 5-Sterne-Bewertungen wundern uns überhaupt nicht.