Wer im Glashaus sitzt

Fotoserie von Samuel Zeller

»I like to isolate the subject, I like when things are clean without too much visual noise.« – Samuel Zeller

Samuel Zeller fotografiert Architektur, Landschaften und Menschen – oft auch in Kombination. Unabhängig von der Motivwahl legt der Schweizer dabei stets viel Wert auf eine klare Komposition und ein harmonisches Zusammenspiel von Form und Farbe, Linien und Mustern. Dadurch entstehen häufig sehr grafische, beinahe konstruiert wirkende Werke.

Auch wenn Zellers Bildkatalog eine Vielzahl an tollen Aufnahmen bereithält, ist unsere Lieblingsserie zweifelsohne Botanical. Die Bilder dieser Reihe entstanden im Botanischen Garten in Genf und spielen mit der Ästhetik der Gewächshäuser und ihrer gläsernen Oberflächen.

Botanical kann in Form eines Postkartensets direkt auf der Website des Künstlers geordert werden, größere Drucke sämtlicher Serien gibt es hingegen nur auf Anfrage. Vielleicht eine Geschenkidee für Weihnachten!?

Übrigens: Einen Teil seiner Bilder – auch Aufnahmen aus Botanical – bietet Samuel Zeller in digitaler Form auf unsplash.com/samuelzeller zur kostenlosen und freien Nutzung an. Stockfotografie der Extraklasse!

Zerbrechliches Grünzeug

Glaskunst von Amanda Dziedzics

»Plants are incredible and will always fascinate me. I like taking a walk through a fresh veg market for inspiration, or I just even like staring out into my own garden.« – Amanda Dziedzic

Glaskunst wird hierzulande im Allgemeinen wohl weniger mit hipper Kunst als mit kitschigen Souvenirs und angestaubter Deko verbunden.

Bedenkt man außerdem den immensen zeitlichen und finanziellen Aufwand sowie die hohen körperlichen und technischen Anforderungen, die traditionelles Glasblasen erfordert, kann man sich schon wundern, was Amanda Dziedzic dazu bewegt hat, sich während ihres Studiums in Bildender Kunst ausgerechnet diesem angestaubten Handwerk zu widmen.

Es war wohl genau diese Herausforderung, die die Australierin reizte, sich nach ihrem Studium unter anderem in Japan, England, USA und zuletzt Schottland mit dem Medium Glas auseinanderzusetzen, um schließlich ihr eigenes Studio in Melbourne zu eröffnen.

»Glass tests me on all fronts. My stamina, physically, and my drive to succeed. [...] Another big challenge is the actual costs involved in glass blowing: they are phenomenal.« – Amanda Dziedzic

Als Inspiration für ihre Arbeit dient der Künstlerin die Natur, insbesondere Pflanzen, weshalb es letztlich nur konsequent ist, dass Dziedzic neben – mehr oder minder – klassischen Glasgefäßen auch diverses Wurzelgemüse und Pflanzen für einen »Glasgarten« gestaltet hat.

Zumindest bei uns hat sie damit ihr erklärtes Ziel voll erreicht, den Betrachtern der Kunstwerke ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und beweist dabei ganz nebenbei, wie frisch Glaskunst daherkommen kann.

Paradies auf Zeit

Adam Purples Garten von Eden

»[...] i was sitting in the back window of a tenement building, looking at the children playing in the garbage in the basement pit behind the building [...] and i thought, well, that's a hell of a way to raise children [...]« – Adam Purple

Über einen Nachruf auf den im September 2015 gestorbenen Adam Purple, Journalist, Künstler, Aktivist und Gärtner sind wir auf seinen »Garten von Eden« mitten in der Lower East Side in New York gestoßen.

Purple hatte 1973 begonnen, den Garten anzulegen, nachdem er in den Abrisstrümmern hinter seinem Wohnhaus Kinder im Schutt spielen sehen hatte. Auf diesem Brachgelände entfernte er in Eigenregie und ohne Absprache mit Behörden in langwieriger Handarbeit den herumliegenden Bauschutt und reicherte die verbleibende Erde mit Pferdemist aus dem Central Park an, um sie langsam in fruchtbaren Gartenboden zu verwandeln.

1975 konnte Purple anfangen den Garten zu bepflanzen. In den folgenden Jahren wurden rund um das Gelände weitere Gebäude abgerissen und der Garten wuchs in den nächsten fünf Jahren in konzentrischen Kreisen weiter bis er einen Durchmesser von über 40 Metern hatte. Purple mochte das Bild, dass der Garten selbst sich ausdehnte und die umliegenden Gebäude dabei nach und nach umstieß und verdrängte.

Der Garten von Eden war beliebt und wurde zum Wahrzeichen der Nachbarschaft und darüber hinaus – hier konnte jeder gärtnern, ernten (Mais, Gurken, Tomaten, Spargel, Beeren, Nüsse) oder einfach die Natur zwischen den Hochhäusern genießen.

Von der Stadt New York wurde der Garten trotz vielseitiger Bemühungen nie offiziell anerkannt, auf Stadtplänen war er nicht verzeichnet, sondern nur »Vakantes Gelände«. Nachdem die Nachbarschaft und Unterstützer Purples es in den frühen 80ern einmal verhindern konnten, dass das Gelände planiert und bebaut wurde, war eine weitere Initiative zur Rettung des Gartens 1985 nicht erfolgreich.

Im Januar 1986 wurde der Garten von Eden in nur 75 Minuten von Baumaschinen zerstört.

Über Adam Purple und seinen Garten wurde unter anderem ein Buch veröffentlicht ...
www.amazon.com/Adam-Purple-amp-Garden-Eden/dp/0615547222

... und auf Vimeo ein dokumentarischer Kurzfilm:

Icecle

»♥« – Comment on behance.net by Graphic designer María B.

Icecle ist eine Produkt- und Designidee, die der italienische Grafikdesigner Giovanni Busetti auf behance.net veröffentlicht hat.

Mit dem Untertitel »A new cycle« präsentiert Busetti sein Projekt anhand vieler grafischer Illustrationen, Fotos von Prototypen sowie einer App zur Vernetzung.

Es geht um ein Fruchteis, in dessen Stiel ein Samenkorn genau der Pflanze eingebracht ist, die die Frucht hervorbringt. Der Stiel wird nach dem Verzehr des Eises in Erde gesteckt und nach einiger Zeit keimt ein Himbeerstrauch, eine Erdbeerpflanze, eine Heidelbeere oder ein Kiwibaum. Aus den pürierten Früchten wird unter Zugabe von Zucker und Zitronensaft in selbstgegossenen Formen ein Eis hergestellt, das wunderschön den eigentlichen Früchten gleicht. Im Stiel findet sich wieder ein Same der Frucht...

Eine App vernetzt schließlich alle User, die am Icecle-Zyklus teilnehmen, mit Map, Fotoupload und vielen anderen Features.

Es ist ein spielerisches Projekt, das mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und vorgestellt wird. Auch wenn Icecle vielleicht nie in Produktion gehen und kommerziell erfolgreich werden wird, sind wir als Samenhändler begeistert, denn Icecle ist gut und gründlich durchdacht und es steckt so viel darin, was uns selbst am Herzen liegt: hervoragendes Grafikdesign, Nachhaltigkeit, Do-it-yourself, Slow food, Netzkultur, Kulinarik, Gärtnerei, digitale Vernetzung.

Und nicht zuletzt ist uns das Wasser im Mund zusammengelaufen, so lecker sieht das Eis aus. Wir würden mitmachen.

Tierische Blumentöpfe

»Did you just experience cute overload? You’re not the only one. Any of these adorable animal planters would most certainly bring a nice dose of whimsy to any room that could use a little creative accessorizing.« — Decoist

Der Blog »Decoist« für Architektur und Inneneinrichtung zeigt eine Sammlung von Blumentöpfen, die alle die Form eines exotischen Tieres haben. Die sehen so wunderlich und skurril aus, dass man seinen Augen nicht traut.

Tja, ist das nun niedlich oder schaurig? Pop oder Kunst? Ästhetisch oder geschmacksverirrt? Kann man gar nicht so pauschal sagen, so verschieden sind die Töpfe in Stil und Material: schlichte Töpferware, asiatisch anmutende Bronze, quietschbuntes Plastik, Filz-Look, mal halbwegs realistisch, mal eher in Cartoon-Optik – aber in der richtigen Umgebung sind die alle toll.

Nochmal einen Zahn zulegen tun dann die Hängetöpfe/-vasen, die eine wunderbare Karrikatur von Trophäen eines Großwildjägers abgeben.

Takaya

Blumenkünstler aus Kyoto

»HANAYUI
Remembering the time when I had a flower clipped in my hair,
Remembering the time when flowers were close to me,
Tying flowers like tying hair,
Nature, trees and flowers, dressing up elegantly,
The flower artist, TAKAYA,
The one who ties together flower and person, HANAYUISHI.« — Takaya

Takaya wurde 1975 geboren und begann nach beruflichen Anfängen im kulinarischen Bereich 2004 in Kyoto als Blumenkünstler zu arbeiten. Er arbeitet nur mit frischen, echten Pflanzen und hat eine eigene Frisiertechnik entwickelt, mit der er Pflanze und Mensch verbindet.

Er versteht sich als HANAYUISHI, als jemand, der Mensch und Pflanze verbindet – und zwar nicht nur technisch, sondern harmonisch und ganzheitlich.