• Blätterdach
  • Screenshot Treepedia

Das Blätterdach der Städte

»Städte brauchen immer große Infrastrukturprojekte, aber manchmal können auch kleine Infrastrukturen große Auswirkungen auf ein Stadtgebiet haben – von Radwegen und Fahrradwegen bis hin zur Anpflanzung von Bäumen zur Anpassung an den Klimawandel.« – Global Agenda Council

Treepedia ist ein Projekt des Massachusetts Institute of Technology. Es ermittelt den Baumbestand in Städten, zeigt, wo Bäume sind und wo nicht, sodass gezielt und an der richtigen Stelle daran gearbeitet werden kann, die Städte gesünder und lebenswerter zu machen. Die Datenbank von Treepedia wird laufend weiter ausgebaut, um immer mehr Städte auf der ganzen Welt zu erfassen, Entwicklungen zu beobachten und vergleichen zu können.

Ein gutes Baumdach einer Stadt hat viele Vorteile: Es trägt zur Senkung der Temperaturen bei, weil es kurzwellige Strahlung blockiert und die Wasserverdunstung erhöht. Bäume erzeugen ein angenehmes Mikroklima und verringern die Luftverschmutzung. Nicht zuletzt helfen die Wurzelsysteme der Bäume, bei starken Regenfällen und Sturmfluten Überschwemmungen zu vermeiden.

Der Green View Index wird mit Hilfe von Google Street View Panoramen berechnet. Das Verfahren berücksichtigt die Sichtbehinderung durch Baumkronen und klassifiziert die Bilder entsprechend. Durch die Verwendung von Google Street View anstelle von Satellitenbildern wird die menschliche Wahrnehmung der Umwelt von der Straßenebene aus abgebildet.

Van Gogh durch ein Tilt-Shift-Objektiv

»I haven't edited anything besides the blur. Many of his later paintings are much brighter and more colorful than the rest. I read that he started to use more colours because he wanted to paint things the way he saw them, not the way they were.« – melonshade, Reddit

Die grandiosen Landschaften von Vincent van Gogh, dem niederländischen (Post-) Impressionisten, kennen wohl die meisten. Ein Reddit-User namens melonshade hat ein paar davon gekonnt in Photoshop bearbeitet und durch das einfache Hinzufügen von unterschiedlich starken Unschärfen die Perspektive neu interpretiert: Plötzlich werden die eh schon bewegten, manchmal fast wilden Landschaften dreidimensional und bekommen durch die Tiefenschärfe einen stärkeren Focus auf Details, als sähe man das Bild durch ein Tilt-Shift-Objektiv.

Obwohl es auf den ersten Blick merkwürdig anmutet, diese alten Kunstwerke zu digitalisieren und manipulieren, ist das Ergebnis beim zweiten Hingucken umwerfend. Man ertappt sich gerade bei dem Gedanken, wie das im Film wirken würde, ob man das nicht auch animieren ...

Inspiriert hat melonshade übrigens Serena Malyon, eine Kunststudentin, die ebenfalls viele von Van Goghs Bildern (sowie die Werke von anderen berühmten Künstlern) digital bearbeitet hat. Bei ihren Arbeiten sieht man deutlicher als bei melonshade den Miniatureffekt, den man mit Tilt-Shift-Objektiven erzeugen kann.

Lasst Blumen sprechen

Gärtnern 2.0 mit Koubachi

»Put Beni to a cooler place!« — Koubachi App

Auch ohne grünen Daumen und Post-its soll die Pflanzenpflege in Haus und Garten jedem gelingen: mit der kostenlosen Koubachi-App (nach dem gleichnamigen Unternehmen), die via Pushnachricht oder Mail Bescheid sagt, wann welche vom Benutzer angelegte Pflanze Wasser, Dünger oder Sprühregen braucht.

Individuellere Pflege, die sich etwas mehr nach den tatsächlichen als nach den theoretischen Bedürnissen der Pflanzen richtet, wird allerdings erst möglich, wenn der Koubachi Wi-Fi Plant Sensor eingesetzt wird. Der misst die Feuchtigkeit in der Erde, den Lichteinfall und die Temperatur, sendet die ermittelten Daten an die Koubachi Plant Care Engine, die dann Pflegehinweise ausspuckt.

Ob das was taugt? Es könnte gut sein. Die Pflanzendatenbank im Hintergrund ist umfangreich und beschränkt sich nicht auf Ficus und Co. Kleine Witzigkeiten wie individuelle Namen und Fotoupload für die einzelnen Pflanzen, ein Pflanzenfinder, wenn man nicht weiß, wie die Pflanze heißt, verschiedene Topfformen und -farben machen Spaß und überhaupt erinnert das Ganze ein bisschen ans Tamagotchi.

Allerdings kostet so ein Plant Sensor in der Indoor- oder Outdoorversion schlappe 90 Euro aufwärts und ermittelt den Bedarf von exakt einer Pflanze, im besten Falle einer Pflanzengruppe mit den gleichen Pflegebedürfnissen am gleichen Fleck. Das ist schlecht und die Failmeldungen in den Amazonkommentaren legen nahe, doch lieber genauer hinzugucken. Auf die Pflanzen.