Blumen im Weltall

»You know, I think if we’re going to Mars, and we were growing stuff, we would be responsible for deciding when the stuff needed water. Kind of like in my backyard, I look at it and say ‘Oh, maybe I should water the grass today.’ I think this is how this should be handled..« – Scott Kelly, Astronaut

Die gerade auf der Raumstation ISS erblühten Zinnien sind zwar die ersten Weltraum-Blumen, aber natürlich nicht die ersten Pflanzen im All: Schon Anfang der 80er Jahre experimentierte die Sowjetunion erstmals mit der Aufzucht von Pflanzen auf Raumstationen. Auch das Veggie-Programm der Nasa erforscht, wie Pflanzen in Mikroschwerkraft gedeihen, nicht zuletzt, weil selbst angebautes Gemüse die Verpflegung auf Langzeitmissionen mit frischen Lebensmitteln bereichern würde. 

Die Pflanzen entwickeln sich unter rotem, blauem und grünem LED-Licht. Optimale Luftzirkulation in der Gewächskammer gewährleistet, dass die Pflanzen nicht an ihren eigenen Emissionen ersticken. Das Veggie-Bewässerungssystem transportiert das benötigte Wasser über Dochte zu den Wurzeln, sodass diese auch in der Schwerelosigkeit immer gleichmäßig viel Wasser und Sauerstoff bekommen.

Am 16. November 2015 wurde das Veggie-System mit den Zinniensamen bestückt und aktiviert. Anhand ihres Gedeihens sollten neue Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie Pflanzen in annähernder Schwerelosigkeit wachsen.

Ende Dezember bemerkte Astronaut Scott Kelly, dass die Pflanzen nicht gut aussahen, trotz streng beachteter Pflegepläne des Veggie-Systems. Erst als Scott, ganz Gärtner, nach Gefühl bewässerte, erholten sich die Zinnien. Am 12. Januar blühten die ersten Knospen auf.

Zinnien sind als gute Nektarspender bekannt und sehr attraktiv für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge – wie diese sich wohl in der Schwerelosigkeit verhalten würden?

Plantui – der schlaue, kleine Garten

»everyone deserves a garden« – Plantui

Eigenen Salat in 4 Wochen? Frische Kräuter ohne Garten und Stiefmütterchen mitten im Winter? Mit Plantui geht das, sogar ohne grünen Daumen. Das ganze lässt ein bisschen an »Quadratisch. Praktisch. Gut.« denken, nur dass das Design eher rund ist. Wir sind hier also wirklich weit weg vom Gärtnern, vom Boden und von den Elementen.

Aber irgendwie ist Plantui toll und macht sich gut, auch in der kleinsten Küche. Das kompakte, schicke Design des Plantui 6 Smart Garden hat sogar den reddot award 2015 gewonnen.

Das System aus Hydrokultur, höhenverstellbarer, also mitwachsender Beleuchtung mit photosynthetisch aktivem Licht sowie die mit perfekt abgestimmten Nährstoffen angereicherten Samenkapseln funktioniert bestens. Es gibt Kräuter, Salate und essbare Blumen, eingeteilt in schnell (3-5 Wochen), mittelschnell (5-8 Wochen) und langsam (8-12 Wochen) wachsend, damit optimal kombiniert werden kann.

Erhältlich sind zwei Größen (Plantui 6 Smart Garden und Plantui 3 Smart Garden), in verschiedenen Farben, alle nicht ganz billig. Aber bevor das leise muffelnde Murmeln über "Retortensalat" lauter werden kann, besänfigt uns die dritte Variante des Systems wieder: der Plantui Moomin Garden. Spätestens jetzt wollen wir auch einen.

Paradies auf Zeit

Adam Purples Garten von Eden

»[...] i was sitting in the back window of a tenement building, looking at the children playing in the garbage in the basement pit behind the building [...] and i thought, well, that's a hell of a way to raise children [...]« – Adam Purple

Über einen Nachruf auf den im September 2015 gestorbenen Adam Purple, Journalist, Künstler, Aktivist und Gärtner sind wir auf seinen »Garten von Eden« mitten in der Lower East Side in New York gestoßen.

Purple hatte 1973 begonnen, den Garten anzulegen, nachdem er in den Abrisstrümmern hinter seinem Wohnhaus Kinder im Schutt spielen sehen hatte. Auf diesem Brachgelände entfernte er in Eigenregie und ohne Absprache mit Behörden in langwieriger Handarbeit den herumliegenden Bauschutt und reicherte die verbleibende Erde mit Pferdemist aus dem Central Park an, um sie langsam in fruchtbaren Gartenboden zu verwandeln.

1975 konnte Purple anfangen den Garten zu bepflanzen. In den folgenden Jahren wurden rund um das Gelände weitere Gebäude abgerissen und der Garten wuchs in den nächsten fünf Jahren in konzentrischen Kreisen weiter bis er einen Durchmesser von über 40 Metern hatte. Purple mochte das Bild, dass der Garten selbst sich ausdehnte und die umliegenden Gebäude dabei nach und nach umstieß und verdrängte.

Der Garten von Eden war beliebt und wurde zum Wahrzeichen der Nachbarschaft und darüber hinaus – hier konnte jeder gärtnern, ernten (Mais, Gurken, Tomaten, Spargel, Beeren, Nüsse) oder einfach die Natur zwischen den Hochhäusern genießen.

Von der Stadt New York wurde der Garten trotz vielseitiger Bemühungen nie offiziell anerkannt, auf Stadtplänen war er nicht verzeichnet, sondern nur »Vakantes Gelände«. Nachdem die Nachbarschaft und Unterstützer Purples es in den frühen 80ern einmal verhindern konnten, dass das Gelände planiert und bebaut wurde, war eine weitere Initiative zur Rettung des Gartens 1985 nicht erfolgreich.

Im Januar 1986 wurde der Garten von Eden in nur 75 Minuten von Baumaschinen zerstört.

Über Adam Purple und seinen Garten wurde unter anderem ein Buch veröffentlicht ...
www.amazon.com/Adam-Purple-amp-Garden-Eden/dp/0615547222

... und auf Vimeo ein dokumentarischer Kurzfilm:

Icecle

»♥« – Comment on behance.net by Graphic designer María B.

Icecle ist eine Produkt- und Designidee, die der italienische Grafikdesigner Giovanni Busetti auf behance.net veröffentlicht hat.

Mit dem Untertitel »A new cycle« präsentiert Busetti sein Projekt anhand vieler grafischer Illustrationen, Fotos von Prototypen sowie einer App zur Vernetzung.

Es geht um ein Fruchteis, in dessen Stiel ein Samenkorn genau der Pflanze eingebracht ist, die die Frucht hervorbringt. Der Stiel wird nach dem Verzehr des Eises in Erde gesteckt und nach einiger Zeit keimt ein Himbeerstrauch, eine Erdbeerpflanze, eine Heidelbeere oder ein Kiwibaum. Aus den pürierten Früchten wird unter Zugabe von Zucker und Zitronensaft in selbstgegossenen Formen ein Eis hergestellt, das wunderschön den eigentlichen Früchten gleicht. Im Stiel findet sich wieder ein Same der Frucht...

Eine App vernetzt schließlich alle User, die am Icecle-Zyklus teilnehmen, mit Map, Fotoupload und vielen anderen Features.

Es ist ein spielerisches Projekt, das mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und vorgestellt wird. Auch wenn Icecle vielleicht nie in Produktion gehen und kommerziell erfolgreich werden wird, sind wir als Samenhändler begeistert, denn Icecle ist gut und gründlich durchdacht und es steckt so viel darin, was uns selbst am Herzen liegt: hervoragendes Grafikdesign, Nachhaltigkeit, Do-it-yourself, Slow food, Netzkultur, Kulinarik, Gärtnerei, digitale Vernetzung.

Und nicht zuletzt ist uns das Wasser im Mund zusammengelaufen, so lecker sieht das Eis aus. Wir würden mitmachen.

Tierische Blumentöpfe

»Did you just experience cute overload? You’re not the only one. Any of these adorable animal planters would most certainly bring a nice dose of whimsy to any room that could use a little creative accessorizing.« — Decoist

Der Blog »Decoist« für Architektur und Inneneinrichtung zeigt eine Sammlung von Blumentöpfen, die alle die Form eines exotischen Tieres haben. Die sehen so wunderlich und skurril aus, dass man seinen Augen nicht traut.

Tja, ist das nun niedlich oder schaurig? Pop oder Kunst? Ästhetisch oder geschmacksverirrt? Kann man gar nicht so pauschal sagen, so verschieden sind die Töpfe in Stil und Material: schlichte Töpferware, asiatisch anmutende Bronze, quietschbuntes Plastik, Filz-Look, mal halbwegs realistisch, mal eher in Cartoon-Optik – aber in der richtigen Umgebung sind die alle toll.

Nochmal einen Zahn zulegen tun dann die Hängetöpfe/-vasen, die eine wunderbare Karrikatur von Trophäen eines Großwildjägers abgeben.

Growth

Der Blumentopf der mit der Pflanze wächst

»The life cycle of a plant is a transformation, from an early seed to its full grown size; the blooming of a flower, the unfolding of a leaf, the branching of the roots. This process is what GROWTH aims to capture within a plant pot.« — Studio Ayaskan

Das britische Studio Ayaskan hat einen Blumentopf entwickelt, der mit der eingetopften Pflanze wächst. GROWTH soll dem herkömmlichen Produktzyklus von produzieren → nutzen → wegwerfen einen nachhaltigeren Ansatz entgegensetzen und so ein natürlicheres Produkt schaffen.

Um das Ziel zu erreichen bedient sich das Studio bei der traditionellen »Origami«-Falttechnik wodurch ein ungewohnten, geometrischen Look entsteht, der sich mit zunehmender Größe außerdem verändert. Ganz nebenbei erspart der Topf dem Gärtner dadurch das stetige Umtopfen der wachsenden Pflanze.

Bisher wird GROWTH noch nicht produziert, bei Interesse kann man sich aber in eine Mailingliste eintragen.