Samenbomben selber drehen

»Den Anfängern sage ich: Werft einfach die Samenbombe, wenn's euch juckt. Wer jedoch ein richtiger Kämpfer werden will, der muss ans Pflaster ran und den Spaten in die Hand nehmen.« – Dieter Szczesny, Geschäftsführer der Umweltfirma Aries

Die Idee der Saatbomben oder Seed Bombs hatten schon japanische Reisbauern und nordamerikanische Ureinwohner. Neue Bekanntheit haben die kleinen, gehärteten Kugeln aus Erde, Ton und Pflanzensamen mit der Bewegung des Guerilla Gardening bekommen. Diese Bewegung hat in den letzten 10 Jahren breitere Massen rund um den Erdball erreicht hat und ist vor allem in Großstädten aktiv: Hier säen die Guerilla-Gärtner heimlich Pflanzen auf öffentlichen Grünflächen aus oder legen in konzertierten nächtlichen Aktionen ganze Gärten an.

Saatbomben machen die Heimlichtkeit leicht, wie der Name »Bombe« schon nahelegt: schmeißen und weglaufen. Die trockene Kugel aus Ton und Erde schützt die Samen im Innern, sobald es aber regnet, saugt sich die Kugel mit Wasser voll und quillt auf. So können die eingearbeiteten Samen keimen und mühelos die vorher harte Kugel aufbrechen.

Im Zuge der Guerilla Gardening Bewegung boomt inzwischen natürlich auch das Onlinegeschäft mit den Saatbomben. Wir haben ein Rezept zum Selbermachen, solange es im Garten noch nicht so viel zu tun gibt. Ob ihr nun in der Großstadt wohnt oder nicht, es findet sich immer ein Plätzchen, dass mit ein paar Sonnenblumen hübscher aussieht!

  • 1 Teil Samen
  • 3 Teile Blumenerde, gute Qualität
  • 5 Teile rote Tonerde, gibt es im Baumarkt
  • 1 Teil Wasser

Die trockenen Zutaten werden gut vermischt, dann kommt das Wasser dazu. Wenn euch die Masse zu trocken oder zu feucht vorkommt, könnt ihr das durch ein bisschen mehr Wasser bzw. mehr Erde ausgleichen.
Der »Teig« wird dann zu Kugeln geformt (nicht größer als Walnüsse), die Kugeln müssen 1-2 Tage an einem geeigneten Platz trocknen (nicht zu feucht, aber auch nicht an der prallen Sonne). Aufheben könnt ihr die fertigen Saatbomben gut in Baumwollbeuteln, wo sie geschützt sind und belüftet werden. Und dann los!

Zur Auswahl der Samen: Es empfiehlt sich natürlich, robuste, heimische und unempfindliche Pflanzen auszuwählen, denn einmal »ausgesät«, seid ihr nicht mehr dabei, um den Pflänzchen zu helfen. Fangt z. B. mit Margeriten, Sonnenblumen, Ringelblumen oder Mohn an oder recherchiert selber ein bisschen.